Besuch der Galshütten in Bergdala und Nybro, sowie der Papierfabrik in Lessebo.

Heute stand der Besuch der berühmten Glashütten Smalands auf dem Programm. Zuvor begann der Tag aber mit einer bösen Überraschung. Nahezu alle (ausser Michel) hat es in der vergangenen Nacht mit Mückenstichen erwischt. Die Nacht war schon extrem unruhig, Michel hat viel geweint, Merle wurde einmal wach und wollte etwas trinken und Mattes wurde mehrmals wach und war nicht sonderlich gut drauf. Am Morgen hatte es ihn dann – zu allem Übel – auch am stärksten erwischt. Besonders sein rechtes Auge bekommt er kaum auf und es ist dick geschwollen. Eine Stich hat ihn direkt am Augenlied erwischt. Auch am Fuß hat er mehrere Stiche abgekommen und konnte anfangs kaum laufen.

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Gefrühstückt haben wir am Strand an einem Picknicktisch. Solche stehen in Schweden an allen Rastplätzen und sind äusserst praktisch. Vom Bus haben wir alles mitgenommen, was wir brauchten, inkl. einem Rührei, das kurz zuvor noch zubereitet wurde.

Nach dem Frühstück sind wir zurück auf die 25 Richtung Osten gefahren und nach wenigen Kilometern sind wir nach Bergdala abgebogen. Dort erwartete uns eine wunderbare Glashütte mit meterhohen Schornstein in einem alten Gebäude. Allerdings war gerade Mittagspause, weshalb wir zuallererst den angrenzenden Laden in Augenschein nahmen. Die Glashütte in Bergdala ist für die Anwendung ihrer blauen Farbe bekannt. Viele Gläser oder Schalen werden mit einem blauen Rand versehen. Die Preise der angebotenen Waren waren beträchtlich, aber es war auch wenig dabei, was sich gelohnt hätte, von uns gekauft zu werden. Am schönsten waren die Glasbecher, die aber mit 100 Kronen das Stück auch nicht gerade ein Sonderangebot waren. Aber gute Handwerkskunst hat eben seinen Preis, davon konnten wir uns wenig später in der Werkstatt der Glashütte überzeugen. Direkt neben dem Eingang steht der Ofen, in dem das Glas geschmolzen wurde. Die Arbeiter nehmen das Glas mit einem Rohr auf und formen unterschiedliche Gegenstände aus Glas. Für die Kinder war das richtig Klasse, denn sie durften sich frei bewegen – es gab keine Absperrungen. Trotzdem haben alle Besucher einen großen Abstand gehalten. Zum einen wegen der Hitze, zum anderen aus Respekt vor der filigranen Handwerkskunst.
Vielleicht hätten wir länger in Bergdala verweilen sollen, allerdings war es bereits Mittag und wir wollten heute zum einen noch mehr sehen, zum anderen aber auch noch ein Stückchen voran kommen. Ausserdem ist um 13 Uhr eine Führung in der Papierfabrik in Lessebro angesagt. Grundsätzlich brauchen wir morgens aber auch noch zu lange, bis wir immer mit Sack & Pack loskommen.

Von Bergdala ist Lessebro direkt ausgeschildert und wir müssen nicht den Weg zurück fahren, den wir gekommen sind. Grundsätzlich führen die großen Straßen relativ geradlinig mitten durch Wälder und alle paar Kilometer gibt es Stichstraßen in eine umliegende Stadt.

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In Lessebro angekommen mußten wir leider feststellen, dass sich die Zeiten der Führungen geändert haben und wir nicht pünktlich, sondern viel zu früh für die nächste Führung sind. Allerdings hat uns eine nette Museumsangestellte gleich auf deutsch angesprochen und uns einige interessante Informationen gegeben. Die Führung selbst wurde ebenfalls von ihr gehalten und außer uns war nur noch eine kleine Familie aus den Niederlanden dabei, so dass sie sehr auf unsere individuellen Fragen eingehen konnte. Das Museum, in dem noch heute zwei Angestellte nach alter Tradition Papier schöpfen, soll das einzige in Europa sein, das noch nach alten Verfahren Papier herstellt. Heute war leider ein Trockentag, d.h. das am Vortag geschöpfte und gepresste Papier wurde heute getrocknet. Eher etwas langweilig, aber unsere Museumsführerin hat uns gezeigt, wie man richtig Papier schöpft. Merle hat das Museum gut gefallen und war sehr interessiert dabei. Für Mattes war der Besuch nicht ganz so das Richtige, ausserdem war er wegen seiner Mückenstiche und Übermüdung geplagt. Dennoch hat er toll durchgehalten.

Nach diesem Museumsbesuch sind wir weiter auf der 25 Richtung Nybro. In Eriksmäla haben wir die in Lessebro gekauften Zimtschnecken gegessen und Pause gemacht. Irgendwie hatten alle nach der schlechten Nacht einen kleinen Durchhänger. Ursprünglich wollten wir noch in die Glashütte nach Kosta, sind dann aber doch weiter auf der 25 und eher zufällig abgebogen nach Boda. Dort besuchten wir die zweite Glashütte, wo wir aber nur noch wenige Minuten bei der Glasproduktion zuschauen konnten. Die Hütte war der absolulte Gegensatz zur Glashütte in Bergdala. Die Hütte war eine moderne Industriehalle aus Glas und Stahl. Ihr ist angeschlossen ein Museum und ein riesengroßer Verkaufsladen für die Produkte dieser weltberühmten schwedischen Glashütte.

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