Heutiges Ziel: Campingplatz zwischen Vimmerby und Mariannelund
– wenn möglich mit deutschsprachigen Kindern

Morgens war es kalt und bewölkt, also sehr ungemütlich. Zum Frühstück gab es das letzte Brot aus Deutschland, danach haben wir gepackt, das erste mal Abwasser abgelassen und die Toilette geleert. Zwar hatten wir weder Tisch noch Stühle ausgepackt, trotzdem sind wir erst gegen 11 Uhr startklar gewesen.

Allerdings hatten wir noch ein kleines Problem. Der Inhalt des Tanks sollte uns noch 24km bringen, dann brauchten wir eine Tankstelle. Im Vertrauen auf das Navigationsgerät haben wir uns auf die 4,8 km entfernte nächste Tanke aufgemacht. In einigen Fällen ist mir schon aufgefallen, dass das Kartenmaterial unseres Navis (Stand 2008) alles andere als aktuell ist. In Sachen Tankstellen kann das zum Problem werden: Am ersten vom Navi vorgeschlagenen Ort war keine Tankstelle zu finden. Die nächste Tankstelle war dann bereits wieder 8 km entfernt. Als die Anzeige für die Reichweite noch 0 km anzeigte, rollten wir an die Zapfsäule.

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Eigentlich wollten wir die 34 hoch Richtung Högsby nehmen, durch die Tank-Aktion waren wir allerdings wieder am Meer gelandet, in Monstreås. Die Gelegenheit wollten wir dann gleich nutzen und unseren Einkauf erledigen. Wir brauchten dringend Milch und Brot. Um die Ecke gab es einen großen Supermarkt, in dem wir dann auch unser erstes schwedisches Brot gekauft haben. Was auf den ersten Blick aussah wie ein schönes Bauernbrot mit Kruste, entpuppte sich dann – von seiner Konsistenz her – als Ciabatta. Immerhin, es waren Walnüsse drin. Ich muß jetzt dringend die Adressen der deutschen Bäcker in Schweden heraussuchen, die ich mir irgendwo notiert hatte. Ein Einkauf in diesen Supermärkten finde ich in Deutschland schon eh anstregend. In Schweden – mit anderen Produkten und anderer Sprache – ist es gleich doppelt anstrengend. Immerhin habe ich für etwa 11€ einen UMTS-Stick von Telia bekommen, dafür kann ich eine Woche frei surfen. Den Stick habe ich ausgepackt, eingesteckt, Software installiert und los ging es auf die Datenautobahn. Entgegen den Erfahrungen aus schwedischen Foren war dafür kein Ausweis oder eine Regestrierung erforderlich. Bis jetzt habe ich auch nirgends meine Kreditkartendaten hinterlegen müssen.

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Während ich auf dem iPhone mit Telia nur eine Edge-Verbindung bekomme, surfe ich mit dem Notebook mit UMTS-Geschwindigkeit. Wer also in Zukunft einen Stick für Schweden braucht, kann sich gerne bei mir melden. Andrerseits: bei diesem Preis kann man sich den auch hier kaufen. Interessant wird noch sein, ob der Stick einen Sim-Lock hat oder ob er frei ist.

Nach der Einkauferei sind wir auf die E22 Richtung Norden (Okarshamn) gefahren, aber gleich nach dem Ortsausgang wieder links auf eine kleine Straße abgebogen, die sich mitten durch die Wildnis schlängelt. Ringsum endlose Kiefernwälder, der Boden mit Blaubeeren übersät und dazwischen immer wieder die typisch smålandischen Gehöfte. Je nördlicher wir kamen, desto schöner und wärmer wurde das Wetter. Schon bald zeigte das Aussenthermometer über 20 Grad an und die Wolken wurden immer weniger. Die kleine Straße führte uns nach einigen Kilometern wieder auf die E22 bis Okarshamn. Kurz habe ich gezögert, ob wir nicht doch zum Hafen fahren und nachsehen, was eine Fähre nach Gotland kostet. Ein Besuch der Altstadt von Visby hätte ich gerne in unser Programm aufgenommen. Stattdessen bogen wir aber ab Richtung Westen auf die 37 und später Richtung Norden auf die 34 nach Vimmerby. Mit dem Stick konnten wir uns endlich auf die Suche nach Campingplätzen begeben. Die Suche über iPhone war teilweise unterträglich. Die Seiten sind selten für mobile Geräte ausgelegt und haben Hintergrundgrafiken, die die Ladezeiten unerträglich werden lassen.

Miriam hat uns zwei mögliche Plätze ausgesucht. Einen direkt in Vimmerby und einen in Mariannelund. Der erste Weg führte uns nach Vimmerby, doch der dortige Campingplatz war eher eine Enttäuschung. Direkt an einer Umgehungsstraße war der Platz doch sehr lieblos und sehr touristisch. Bei einem kurzen Spaziergang über den Platz haben wir überwiegend schwedische Autos gesehen oder deutsche Rentner, also nicht das, was wir suchten. Es fiel uns zwar schwer, die Kinder wieder ins Auto zu verfrachten, doch wir wollten noch den Campingplatz im ca. 10 km entfernten Mariannelund aufsuchen. Das Ergebnis gab uns recht, der Campingplatz Spilhammer ist wirklich zu empfehlen. Inmitten eines Kiefernwaldes auf einer Lichtung zwischen zwei Seen liegt der familienfreundliche Platz mit einem tollen Sandstrand. Viele andere Kinder sind unterwegs und der Strand wird auch von Besuchern ausserhalb des Campingplatzes frequentiert. Mattes hat schnell Anschluss gefunden und quasselt alles voll, was nicht vor ihm weglief. Auch deutsche Kinder sind hier schnell gefunden.

Nach Vimmerby sind es etwas über 10 Minuten Fahrzeit, Bullerbü ist mit dem Fahrrad erreichbar und selbst Katthult ist nicht sonderlich weit. Daneben gibt es hier in der Nähe eine Vielzahl weiterer Freizeitaktivitäten. Der Platz ist damit für uns ideal für die nächsten Tage.

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Am Abend gibt es Kötbullar mit Bratkartoffeln und Ketchup (Mattes mag keine Kötbullar) und für uns Eltern die Reste vom Tag zuvor. Ach ja, an diesem Abend feierten wir Premiere: Das erste Mal, dass Miriam nicht direkt mit Michel eingeschlafen ist und wir gemeinsam vor dem Bus den langen Sonnenuntergang erlebten.

Erkenntnis des Tages: Schwedische Autofahrer sind sehr zuvorkommend und höflich. Die strikte Tempobegrenzung mit entsprechenden Kontrollen machen das Autofahren sehr entspannend.

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