Die Nacht über hat es beständig und kräftig geregnet, alles ist nass und der Campingplatz erwacht nur langsam zum Leben. Wir kommen ebenfalls nur allmählich in Schwung. Merle und Mattes sind, nach einem Müsli, die ersten, die aus dem Wohnmobil kriechen und ohne Zögern gleich wieder auf den Spielplatz düsen. Moritz und Miriam essen etwas später im Wohnmobil ihre Brote und beginnen mit dem Ein- und Zusammenräumen. Dann geht es aber erstmal in die Campingplatzküche zum Verarbeiten der Blaubeeren: sechseinhalb Gläser Marmelade werden es – leider viel zu wenig. (Es soll Blaubeer-Rechen geben, vermutlich kommt man mit einem solchen schneller zu mehr!) Die sechseinhalb Gläser sind also eine absolute exquisite Spezialität – und das Ergebnis allerhöchsten Arbeitseinsatzes, nur mal so für diejenigen, die davon eines abbekommen (wollen).
Um die Mittagszeit brechen wir letztendlich auf. Inzwischen hat sich der Himmel weiter aufgeklart und die Sonne kommt hervor. Wir steuern zunächst Mariestad an und parken am Hafen. Von dort aus geht es zu Fuß zum Dom und dann durch einige Altstadtgassen. In einem Expert-Laden entdecken wir endlich einen y-Stecker, mit dem die Kinder während der Fahrt gemeinsam Geschichten auf dem iPod per Kopfhörer hören können. Der Stecker war zwar schnell gefunden, aber bis Miriam bezahlen durfte, vergingen noch gut und gerne 20 Minuten, die sie aber nutzte, um mit einer sympathischen Schwedin ins Gespräch zu kommen, die ihr empfohlen hat, unbedingt die Insel Torsö zu besuchen.
Und dann entdeckt Moritz in einer Bäckerei Graubrot (Vermutlich dieser)! Sofort gehen wir alle rein und können das Brot auch probieren. Herrliches Graubrot: saftig und schwer, mit Kruste und nicht süß! Nach zwei Wochen Verzehr von ausschließlich weichem Weissbrot eine wahre Gaumenfreude! Auch die Baguette sehen herrlich aus, so dass wir allerhand einkaufen und am Hafen picknicken, statt wie ursprünglich geplant, eine Pizzeria auf zu suchen. Übrigens muss man in dieser kleinen Bäckerei tatsächlich eine Nummer ziehen, um bedient zu werden.
Nach dem Spielen auf dem Spielplatz bzw. nach Kaffee und Kuchen besteigen wir wieder unser Wohnmobil und fahren über den Strandvägan Richtung Norden um über die tolle Brücke, die wir bereits vom Campingplatz aus sehen konnten, auf die Insel Torsö im Vänern zu fahren. Dort geht es erstmal quer über die Insel zum Fähranleger zur nächsten, gut sichtbaren, Insel Brommö. Eine Überfahrt war auch nicht geplant, so dass wir uns den Weg zum Fähranleger hätten sparen können. Stattdessen finden wir in der Nähe einen wunderschönen Badeplatz zum Spielen, Angeln und Genießen. Kurz überlegen wir, ob wir den Campingplatz auf der Insel aufsuchen sollen, entscheiden uns dann aber doch dazu, nach Mariestad zurückzukehren. Hier holen wir uns zwei Pizzen (Merle sehnt sich schon lange danach), die wir am Hafen zu uns nehmen. Zwar stellt Merle fest, dass Papas Pizza besser schmeckt, ihr Pizzahunger konnte aber trotzdem erstmal gestillt werden. Am Hafen stehen bereits viele Camper auf einem Parkplatz, so beschliessen wir ebenfalls dort zu nächtigen. Während Moritz das Wohnmobil zum Schlafen herrichtet, dürfen Merle und Mattes mit Miriam und Michel noch mal zum Spielplatz und dann geht es ab in den Alkoven. Leider ist die Grünanlage neben dem Parkplatz wohl ein Treffpunkt für die Jugend von Mariestad und heute ist auch ausgerechnet noch Freitag, jedenfalls brausen ständig Autos mit offenen Fenstern und lauter Musik herum oder parken bei uns auf dem Parkplatz. Lange werden wir jedoch nicht gestört, denn bald setzt nach diesem sonnigen Tag wieder der gewohnte und heftige Regen ein.

Also ich gehe davon aus, daß Ihr nicht umhin kommt, für mich ein Glas exquisites Glas Blaubeermarmelade aufzuheben. Schließlich bin ich ja – so wie es aussieht – die erste, die sich meldet…:-)