Den Morgen haben wir verschlafen und waren etwas spät dran. Während die Kinder sich anzogen hat Moritz unser Equipment verstaut. Eigentlich wollen wir um 10 Uhr in der Astrid Lindgren Welt sein und wir mussten vorher noch ein bisschen was einkaufen, damit wir vernünftig Brotzeit im Park machen konnten. Beim Herausfahren aus dem Campingplatz hat Moritz nur halbherzig Wasser nachgefüllt. Er wollte nicht zuviel Wasser durch Schweden transportieren, später bereute er jedoch seine Entscheidung.
In Vimmerby am Park waren wir dann kurz vor 11 Uhr. Im Vorfeld haben wir unseren Besuch im Park bis Montag gewartet, denn unserer Logik zu folge müssten an diesem Tag die wenigsten Besucher sein. Wenn alle dieser Logik nachgehen ist der Montag natürlich nicht der leerste, sondern der vollste Tag. Die Mehrheit hat wohl unserer Logik gefolgt und ist ebenfalls im Park, überall Unmengen von Menschen unterschiedlichen Alters und die Geräuschkulisse ohrenbetäubend. Nach diesem Schnellstart am Morgen, ohne Kaffee und Frühstück war Moritz erstmal völlig überfordert mit diesen Menschenmassen. Die Kinder rannten kreuz und quer um uns herum und wollten am liebsten alles auf einmal sehen. Wir haben uns im Park rechts gehalten und sind durch die Krachmacherstraße, der original Filmkulisse hoch zum Katthulthof und dem Reich von „Karlsson vom Dach“. Für 18 Kronen gab es ab einem Kiosk der hauptsächlich Waffeln verkaufte einen Filterkaffee den man sich eigentlich auch hätte sparen können. Später haben wir beobachtet, dass an jedem Stand diese Filterkaffee-Kübel aus Glas stehen. Ein Satz zu den Preisen: Im kompletten Park haben wir die Preise als ausgesprochen fair wahrgenommen. Ausserdem sind die meisten Geschäfte in Häusern untergebracht, so dass es auch möglich ist die Kinder von Kaufreizen fern zu halten. Trotzdem sollte erwähnt sein, dass der kommerzielle Grad in der Astrid-Lindgren-Welt deutlich höher ist als in Katthult oder Bullerbü.
Unser nächstes Ziel war das Kirschtal, wo wir auch gleich Jonathan, Krümel, Sophia, Jossi, Hubert und ein paar Tengil-Soldaten begegneten, die einen Teil der Brüder Löwenherz nachspielten. Dann ging es vorbei an weiteren Tengilmännern durch das große Tor in Heckenrosental. Im Mattishof fanden wir auch den geheimen Tunnel unter der Mauer hinweg nach draußen, den Miriam mit den großen Kindern auch gleich durchgekrabbelt ist. Moritz hat mit Michel in der Trage auf der anderen Seite gewartet.
Die Trage hat inzwischen das Tuch als Aufbewahrung No 1 für Michel überholt. Michel kann wenn er wach ist in der Trage mehr verfolgen, er ist schneller drin und wieder draussen als im Tuch und ausserdem ist im beengten Bus das Binden nicht gerade einfach. Ausserdem ist es erstaunlich, wie kräftig (alles Babymuskeln: ) Michel inzwischen geworden ist.
Auf der großen Bühne innerhalb des von einer Mauer umgebenen Heckenrosental sahen wir kurz der Prusselise und den beiden Polizisten aus Pippi Langstrumpf beim Singen zu, die ein Ratespiel mit bekannten Astrid-Lindgren-Liedern aufführten. Uns führte der Weg mangels Schwedischkenntnisse weiter zur Mattisburg, wo Ronja mit Berg gerade von der Mattisburg in den Wald zog. Insgesamt waren alle Schauspielvorführungen trotz Unkenntnis der schwedischen Sprache sehr sehenswert und allesamt mit vielen Liedern unterlegt, die die Darsteller oft mehrstimmig wunderschön intonierten. Untermauert wurden die Darbietungen mit einer sorgsam inszenierten Soundkulisse, oder wie auf der Mattisburg mit Wassereffekten, wie zum Beispiel dem brausenden Wasserfall im Wald.
Nach dem Schauspiel werden die Tore der aus Stein gemauerten Burg für die Besucher geöffnet. Die Mattisburg ist diesen Sommer neu eröffnet worden und wirklich toll geworden: Imposant wie handfest die Theaterkulisse in Wirklichkeit ist. Die ganze Anlage ist aus massiven Materialien gebaut, die Burgmauern mit echten Steinen gemauert. Auf mehreren Etagen können die Kinder auf Entdeckungs-Tour gehen: Neben dem Speisesaal wurden Schlafkammern eingerichtet, in denen die Kinder in Hängematten Probe liegen können, die Türme konnten ebenso bestiegen werden wie die Burgmauer. Ganz mutige Kinder konnten wie Ronja und Berg über die Klamm springen, die die beiden Burgteile durchkreuzte. Ein Kerker im Keller der Burg durfte im Anschluss natürlich nicht fehlen. Auch die unmittelbare Umgebung wurde mit der Liebe zum Detail gestaltet. Zum Beispiel existiert ein Gemüsegarten im Burghof, in dem echtes Gemüse angepflanzt wurde, oder Stallungen etwas abseits der Burg.
Um die Burg herum war ein richtiger Wald, der als Mattiswald eingerichtet ist. Unter anderem konnten die Kinder eine Art Spielpfad hindurch gehen. Uns trieb aber der Hunger zu einer ersten Rast. Wir durchquerten zügig den Mattiswald, suchten im dahinter liegenden Spielplatz einen Tisch mit Bänken auf um bei einer Mittagspause unsere selbst belegten Broten zu essen bzw. gute Muttermilch für unseren Jüngsten. Dann durchliefen wir die kleine Krachmacherstrasse und eilten zur Villa Vilkulla (besser bekannt als die Villa Kunterbunt). Hier befreite Pippi nämlich mit Tommi und Annika ihren Papa aus der Hand der Piraten, die mit wunderbaren Piratengesängen und tollen Soundeffekten mit dem Schiff über einen See angefahren kamen. Zum Abschluss drehten Pippi, Pippi’s Papa, Tommi und Annika noch einige Runden auf dem Schiff.
Im Anschluss begab sich Pippi zur „Schnullertonne“, wo kleine Kinder ihre Schnuller bei Pippi abgeben können. Im Gegenzug bekamen sie aus Pippi’s Tonne eine Überraschung. Neugierig haben es unsere Kinder in die vorderen Ränge geschafft, und da ist es passiert: Mattes sprach Pippi an und ehe er sich versah hob Pippi ihn hoch und nahm ihn kurz auf den Arm. Das Strahlen in Mattes Gesicht war grenzenlos, das hättet ihr sehen sollen!!!
Natürlich haben wir uns auch die Villa Kunterbunt von innen angeschaut und einige Piraten gesprochen. Nach der Villa Vilkulla haben wir die Anlage durchquert und sind in der überdimensional groß gestaltete Welt von Nils Karlsson Däumling gestrandet. Einmal das Haus mit seiner meterhohen Einrichtungsgegenstände (auf denen man hervorragend Klettern kann) durchschritten landeten wir auf der anderen Seite des Hauses gegenüber des Katthult-Hofes wieder bei Karlson vom Dach. Dort wurde ebenfalls gerade tatkräftig geschauspielert. Miriam und die Kinder machten es sich auf den Steintreppen bequem und schauten zu. Währenddessen stellte sich Moritz gegenüber an einem Eisstand an und orderte zwei Karlson Spezial Eisbecher (Vanillesofteis mit viel bunten Streuseln gekrönt mit einem Kötbulle).
Dann ging es weiter den Weg hinunter nach Saltkrokan, das völlig anders gestaltet war als die anderen Attraktionen. Zuerst mussten wir relativ lange (ca. 25 min) anstehen, um dann in einer Art Geisterbahnwagen durch eine relativ dunkle Halle zu fahren, wo immer wieder angestrahlte, durch Puppen nachgestellte Szenen aus der Fernsehserie zu sehen waren. Die Puppen und Videoeinspielungen waren dabei so umgesetzt, dass der Eindruck entsteht, die Puppen würden zu einem sprechen. Die Erzählerstimme war zu Beginn zwischen schwedisch, englisch und deutsch wählbar. Der Wagen fuhr eine unsichtbare Linie, blieb immer wieder stehen, drehte sich zu einer Puppe oder Einspielung, um im Anschluss seine Fahrt wieder aufzunehmen. Es war manchmal fast etwas Gespenstisch, was unseren Kindern aber scheinbar nichts weiter ausgemachte. Bereits am Eingang hängen aber entsprechende Hinweisschilder in mehreren Sprachen, dass man kleine Kinder auf die sie erwartende Dunkelheit vorbereiten soll.
Das Restprogramm bestand noch aus dem „den Boden nicht berühren Parkour“, einem Bummel durch die winzig kleine Stadt, Besuch der Scheune von Rasmus und dem Landstreicher und Besichtigung der großen Krachmacherstraße mit den z.T. begehbaren Orginalhäusern aus der Verfilmung.
Ein Hinweis am Rande, in der kleinen kleinen Stadt gibt es in der Chocolaterie für 25 Kronen den besten Kaffee in der ganzen Astrid-Lindgren-Welt. Latte Macchiato , Cappuccino, Espresso und Cafe Latte werden an einer Gastroküchenmaschine der Marke JURA auf Bestellung zubereitet.
Ausserdem gibt es in der kleinen kleinen Stadt einen Süßigkeitenladen. Ausgestattet mit einem Budget von je 20 Kronen durften Merle und Mattes auf Einkaufstour gehen. Sie entschieden sich für einen gemeinsame Becher, den man mit allen möglichen Süßigkeiten (nordhessisch: Schnucke) befüllen durfte. Die verbliebenen 10 Kronen setzten sie ebenfalls in diesem Laden um und waren glücklich.
Die Astrid-Lindgren-Welt verlassen haben wir kurz nach 18 Uhr. Den Kindern haben wir ein nettes Schlaflager in ihren Kindersitzen eingerichtet. Wir wollten unbedingt das Småland heute noch verlassen und ein bisschen Strecke Richtung Norden machen. Moritz fühlte sich soweit noch fit und haben uns daher auf die Autobahn begeben. Allerdings haben wir bei dem ganzen Trubel die falsche erwischt. Miriam hatte aus dem WOMO Reiseführer einen Stellplatz am Bålsjö ausgesucht, da wir ihn aber aus der anderen Richtung und bei zunehmender Dämmerung anfuhren, gestaltete sich die Fahrt etwas umständlich (wir verließen die E4 bereits in Kolmården und fuhren statt wie angenommen 10,6 km weit über 25 km eine kleine Straße entlang immer auf der Suche nach der Abzweigung Richtung Alberga. Als wir diese endlich erreicht hatten, waren es auch mehr als die beschriebenen 550 m bis zur Abzweigung zum Badplats). Es war weit nach 23 Uhr als wir unser Womo auf einem völlig verlassenem Parkplatz im Wald an einem Badestrand abgestellt. Moritz ist noch den Weg vor zum „Badplats“ gelaufen und die Umgebung für gut empfunden. Die Kinder waren zwischenzeitlich eingeschlafen und wurden in ihre Koje umgetragen.

Hej, jetzt sieht die Sache aber prima aus! Mir gefällt der neue „Header“ sehr gut.
Grüssle an Euch 5 und beste Wünsche zum Wochenende!