Fahrt an der Südspitze von Öland und Besuch spontaner Besuch Eketorp.

Am nächsten morgen ist es trocken, kein Regen in der Nacht. Allerdings tröpfelt es kurz als wir zusammen packen. Zuvor feiert ein Schweden Klassiker in diesem Urlaub seine Premiere – es gibt Pfannenkuchen zum Frühstück. Mit und ohne Speck lassen die Kinder es sich gut gehen. Während die Kinder abspülen packe ich den Bus und verräumen die sieben Sachen. Dabei lasse ich das Wasser von Vildmarkscamping ab ersetze es durch neues Wasser. Das alte Wasser roch leicht, vermutlich völlig unkritisch, aber beim Zähneputzen störend.


Bevor wir Kalmar wieder verlassen, fahren wir einmal durch die Innenstadt. Diese besteht aus Häusern ganz unterschiedlicher Größen. Doch die typisch kleinen Gassen mit farbenprächtigen Blumen an den Hauswänden überwiegen im Stadtbild. Von Kalmar ist es ein ordentliches Stück bis zur Brücke nach Kalmar. Auf der anderen Seite halten wir uns rechts und fahren auf der westseite der Insel Richtung Süden. Allerdings halten wir bereits wieder nach wenigen Metern an einem Einkaufszentrum. Merle bekommt endlich ihren erwünschten neuen Badeanzug und Mattes bekommt einen neuen Kapuzenpulover. Im ICA kaufen wir noch frisches Brot und ein paar andere Kleinigkeiten für unsere Vorräte.

Auf dem Weg nach Süden treffen wir auf einen alten Runenstein der allerdings im Moment unseres Besuchs von einem Platzregen heimgesucht wird, wir haben aber auch ein Pech. Ich steige mit einem Schirm bewaffnet aus und laufe die 100 m zum Stein alleine. Die zwei anderen waren nicht dazu zu bewegen den Bus zu verlassen. Bis ich zum Bus zurück komme ist der Regen auch schon wieder vorbei und die Wolken reißen endlich auf. Das erste mal sehe ich in Schweden blauen Himmel und die Sonne wird erstmalig unser Begleiter. Wir fahren weiter Richtung Süden, wenn möglich bleiben wir nicht auf der Ringstraße sondern suchen uns Straßen entlang der Küste. Diese sind oft von geteerten Feldwegen nicht zu unterscheiden und so suchen wir uns eher abenteuerlich unseren Weg.

Die Suche nach einem Badeplatz mit Sandstrand erweist sich dabei als schwierig. Meist sind die Strände von Steinen überseht, die kurzen Sandstrände sind mit Tang überzogen, der teilweise einfach nur stinkt. Erst in Grönhögen an der Südwestküste werden wir fündig. Mattes ist allerdings vom Wasser nicht zu überzeugen und stattdessen spielen die Kinder im Sand. Ich studiere die Karten und plane die nächsten Stationen. Alleine mit den Kindern fehlt mir eine erfahrene Beifahrerin, die diesen Job übernimmt.
Plötzlich kommen die beiden angerannt und wollen doch unbedingt schwimmen gehen, sie holen beide ihre neuen Badeanzüge und es geht ab ins Wasser. Das vergnügen ist nur kurz. Sowohl der Wind als auch verschiedene unbekannte Dinge im Wasser sorgen für eine schnelle Rückkehr. Daher machen wir uns weiter Richtung Näsby an der Ostküste ganz im Süden von Öland.

Dort ist ein Campingplatz mit großem Pool. Diesen kennen wir noch aus dem Jahr 2012 mit Yvonne. Ich bin allerdings nicht davon begeistert auf dem Campingplatz zu übernachten. Zum einen waren wir erst letzte Nacht auf einem Campingplatz und ich stehe lieber wild, zum anderen habe ich den Platz nicht in so guter Erinnerung. Aber den Kindern geht es nicht viel anders, der verlassene Pool und der eher armselige Campingplatz verursachen auch keine Euphorie bei den Kindern. Wir beratschlagen und entscheiden uns direkt nach Eketorp zu fahren und dort vor der Burg zu übernachten.

Die wenigen Kilometer nach Eketorp sind schnell zurück gelegt und finden eine Überraschung vor. Die Burg schließt nicht um 17 Uhr wie im Womo-Reiseführer angegeben, sondern erst um 18 Uhr. Eine Stunde reicht den Kindern und so betreten wir die Burg gegen 17 Uhr mit 280 Kronen weniger in der Tasche. Die Kinder haben dafür aber viel Spaß und kosten die Stunde aus. Merle ist die Antreiberin, die genaue Vorstellung davon hat, was sie in dieser Stunde alles machen möchte. Mir tun die Kinder dabei schon fast leid. Ständig in Eile rasen sie durch die Burg und kosten die Stunde voll aus. Neben Brot backen und Pfeil & Bogen sind die mittelalterliche Wettkämpfe der Hit. Die Stunde verfliegt und ich verlasse mit zwei glücklichen Kindern wieder Eketorp. Der Museumsladen hat leider bereits geschlossen. Das erspart mit die ‚Kann ich ein Andenken haben‘-Diskussion. Merle ist ganz geknickt, wollte sie doch unbedingt noch ein paar Postkarten kaufen.

Wo schlafen ist jetzt die Frage. In Eketorp ist es weder gemütlich, noch haben wir nach der Besichtigung noch einen Grund länger hier zu verweilen. Wir fahren zurück an die Ostküste und fahren wieder Richtung Norden auf der Ringstraße. Vorbei an kleinen Siedlungen und Bauernhöfen. Alles ist hier etwas anders als sonst in Süd-Schweden. Es folgen in der Reihe viele Plätze wo das übernachten verboten ist und so fahren wir über 20 Kilometer bis hinter Frösslunda, etwa 2km nach dem Rastplatz geht rechts ein Feldweg ab der direkt am Meer endet. Auch diesen Platz haben wir bereits 2012 aufgesucht. Damals sind wir von Kühen die am Meer zum trinken gekommen sind fast überrant worden. Dieses mal werden wir bereits auf halber Strecke zum Meer von ein paaar Kühen aufgehalten, die auf der Straße stehen und den Nugget blöd anglotzen.

Geduldig stellen wir den Motor aus und glotzen zurück. Allerdings mit wenig Erfolg. Nach einigen Minuten starte ich wieder den Motor und hupe mir den Weg frei. Am Meer angekommen ist schon einiges Los. Wir sind nicht die einzigen die diesen Platz aus dem Womo-Reiseführer angesteurt haben. Und in der Zeit bis zum Abendessen kommen noch weitere Autos an und suchen sich einen Platz am Uferstreifen.

Während die Kinder am Strand spielen bereite ich das essen vor. Durch den starken Wind bin ich gezwungen im engen Bus zu kochen. Da Merle und ich uns für Pfifferlinge entschieden haben und Mattes auch heute nicht dazu zu begeistern war, kochte ich zwei Gerichte auf zwei Platten im engen Bus. Das muss auch nicht jeden Tag sein. Es ist weit nach 20 Uhr als wir mit essen und abwaschen fertig sind. Wir kuscheln uns ins Bett und lesen noch bis 22 Uhr… auf der einen Seite den Sonnenuntergang, auf der anderen Seite die Brandung der Ostsee.

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